
Der See erzählt …
Die Wanderausstellung Der See erzählt. Unterwasserarchäologie & Seenforschung ist Teil des Projektes »Erosion und Denkmalschutz im Bodensee und Zürichsee« im Rahmen von Interreg IV »Alpenrhein – Bodensee – Hochrhein« und ist in den Jahren 2009 bis 2012 an mehreren Orten am Bodensee und Zürichsee zu sehen.
Die Pfahlbauten des Bodensees und des Zürichsees gehören zum besonders wertvollen archäologischen Kulturgut des Alpenvorlandes. Häuser, Kulturschichten und Funde, ja ganze Dorfanlagen der Steinzeit und Bronzezeit blieben, von Seeablagerungen überdeckt, in einzigartiger Weise unter Luftsauerstoffabschluss konserviert. Über Jahrhunderte und Jahrtausende erhielten sich am Grund der Seen zudem Wasserfahrzeuge. Einbäume der Vorzeit aber auch Schiffswracks und Bauten aus historischer Zeit liegen oftmals noch unerforscht unter Wasser. Weniger ist bekannt, dass viele Flachwasserbereiche heute einer starken Erosion unterworfen sind. Fundstellen und Funde drohen an vielen Uferabschnitten ein Raub der Wellen zu werden.

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Archäologen, Denkmalpfleger, Museumsfachleute und Seenforscher haben deshalb in einem Projekt zusammengefunden, um die Ursachen der Abspülungsvorgänge genauer zu erkunden, ökologisch verträgliche Erosionsschutzmaßnahmen zu erproben und eine bessere, langfristige Überwachung des Kulturgutes unter Wasser vorzubereiten. Das Projekt im Rahmen von Interreg IV »Alpenrhein – Bodensee – Hochrhein« (ABH) sorgt dabei für die erforderliche finanzielle Förderung, die schließlich auch dank der Unterstützung durch die Internationale Bodenseekonferenz von der Europäischen Union und den am Programmgebiet ABH beteiligten Schweizer Kantonen gewährt wurde.
Die Ausstellung »Der See erzählt. Unterwasserarchäologie & Seenforschung« berichtet über die archäologischen Schätze unter Wasser, die Gefahren, denen sie im Erosionsgeschehen ausgesetzt sind, und vor allem auch darüber, was zu ihrer Rettung getan werden kann. Die Wanderausstellung, die an vielen Orten rund um den Bodensee und Zürichsee gezeigt wird, trägt so zur Information der Bevölkerung und auch zur Inwertsetzung unseres bedeutenden Kulturerbes unter Wasser bei.
Das Vorarlberger Landesmuseum setzte die Texte und Bildvorschläge des Projektes um und realisierte die Ausstellung in einer leicht transportablen Form, die sich als Foyer- und Wanderausstellung eignet. Herrn Mag. Gerhard Grabher vom Vorarlberger Landesmuseum und Frau Mag. Angelika Mathis (AM Gestalten) sowie Frau Mag. MSc Verena Petrasch danken wir für die Konzeption und Gestaltung von Ausstellung und Katalog. Auch den Autorinnen und Autoren der Ausstellungstexte und des Begleitkataloges Dr. Marion Heumüller, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Markus Graf, Kantonsarchäologie Zürich, Dr. Urs Leuzinger, Museum für Archäologie Thurgau, Dr. Dietrich Hakelberg, Seemuseum Kreuzlingen, Dr. Martin Mainberger, Staufen, Dr. Martin Wessels und Dr. Thomas Wolf, Institut für Seenforschung Langenargen sowie Prof. Dr. Frank Peeters, Hilmar Hofmann und PD Dr. Wolfgang Ostendorp, Universität Konstanz sind wir verpflichtet. Unser Dank gilt weiters auch den Firmen Buchdruckerei Lustenau und Typico Megaprints für die qualitätvolle Umsetzung in Begleitbroschüre und Ausstellung.
Dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Interreg IV-Programm »Alpenrhein – Bodensee – Hochrhein« (ABH) danken wir für die großzügige Förderung, dem Gemeinsamen Technischen Sekretariat des Interreg IV-Programms beim Regierungspräsidium Tübingen für Beratung und administrative Betreuung des Projektes. Für großzügig gewährte Förderung haben wir in gleicher Weise den Mitgliedskantonen der Ostschweizer Regierungskonferenz sowie den Kantonen Argau und Zürich und deren Sekretariat zu danken.
Das Projekt berührt verschiedene Nahtstellen, so zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, zwischen verschiedenen Ländern aber auch verschiedenen fachlichen Ausrichtungen. Überdies stellen die Seeufer besondere Gebiete dar, wo derzeit unterschiedlichste Interessen aufeinander treffen. In diesem Sinne entspricht das interdisziplinäre, unterschiedliche Behörden und Forschungsinstitutionen über die Grenzen hinweg vereinigende Projekt in besonderer Weise den Zielen des Interreg-Programms.
Dr. Helmut Schlichtherle, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg (Projektkoordinator) | Dr. Hansjörg Brem, Kantonsarchäologe Thurgau | Dr. Beat Eberschweiler, Kantonsarchäologe Zürich | Dr. Tobias G. Natter, Direktor Vorarlberger Landesmuseum | Dr. Gerd Schröder, Direktor Institut für Seenforschung, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg